Ludwig-Derleth-Realschule
Gerolzhofen

Freude über Europa-Urkunde

7 Bilder in der Galerie "Europa" vorhanden.

„Ich darf sagen, ich bin stolz“, sagte Schulleiter Harald Pitter, als er stellvertretend für die ganze Schulfamilie die Europa-Urkunde von Staatsministerin Emilia Müller entgegennahm.
 
Mit der Begrüßung durch Schüler und Schülerinnen in den verschiedensten Sprachen zeichnete sich ab, wie vielfältig und bunt der Festakt zur Verleihung der Europaurkunde sein wird. „Gerade diese Vielfältigkeit, die macht unser Europa lebenswert. Sie werden heute Europa mit allen Sinnen erfahren. Sie werden Europa sehen, hören und schmecken“, so Konrektorin Christine Seuffert-Erhard und Konrektor Michael Rückel, die beide die Eröffnung moderierten. Viele Gäste aus dem öffentlichen Leben, Schüler, Schülerinnen, Eltern und Lehrkräfte durften eine Feierstunde erleben, die belegt, dass die Europa-Urkunde in der Realschule richtig angekommen ist. Mächtig und klangvoll spielte die Bläsergruppe die Eurovisions- und die Europahymne zu Beginn der Feier.
Ministerialbeauftragter Horst Karch hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Projektarbeit in den Schulen hervor. Dass das Thema Europa so vielschichtig und eindrucksvoll in der Ludwig-Derleth-Realschule bearbeitet worden sei, habe letztlich zur Auszeichnung geführt. Wie bereits berichtet, wurde die Schule für den Zeitraum von 1. August 2010 bis 31. Juli 2012 zu einer Comenius-Schule ernannt. Gemeinsam mit der Partnerschule in Scarlino erarbeiten die Schüler das Projekt: „Wir feiern es so! – Feste, Sitten und Speisen unserer Traditionen“.
„Die Ludwig-Derleth-Realschule hat erkannt, dass in einer globalisierten Welt auch in der schulischen Ausbildung die Verbreitung und Umsetzung des Europagedankens eine Rolle spielen muss. Sie vermittelt diesen den jungen Leuten insbesondere durch bilinguales Lernen, intensiven Fremdsprachenunterricht, den Schüleraustausch und vieles mehr und bereitet damit auch ideal auf die Anforderungen im internationalen Berufsleben vor“, sagte Gerolzhofens Bürgermeisterin Irmgard Krammer. Auch sei stolz darauf, in ihrer Stadt eine „Europa-Schule“ zu haben. Dies sei in erster Linie auf den Einsatz von Rektor Harald Pitter und seinem aufgeschlossenen Lehrerkollegium zurückzuführen.
Die Laudatio hielt die Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Emilia Müller (CSU). „2008 haben sie nachhaltig Projektarbeit im Themenbereich Europa in ihr Schulprofil aufgenommen“, so die Ministerin an die Schulleitung. Damit habe sich die Schule verpflichtet, das Fächer übergreifende Bildungsziel Europa den Schülern näher zu bringen. Schulaustausch, Auslandsfahrten, EU-Planspiele, Diskussionen mit Europaabgeordneten und bilingualer Unterreicht spielten dabei eine wichtige Rolle. „Die Europa-Urkunde ist eine Auszeichnung, die es ermöglicht, die vielfältigen und qualitativ hochwertigen europäischen Aktivitäten der bayerischen Schulen an die Öffentlichkeit zu bringen“, sagte Emilia Müller.
Ihr Dank galt den engagierten Lehrkräften, aber auch den Schülerinnen und Schüler, die voller Begeisterung an diesem Projekt teilnehmen. Lobend erwähnte sie die schon seit langen bestehende intensive Partnerschaft mit der Scuola Media in Scarlino. Hier galt ihr Dank den Lehrerinnen Gertrud Friedrich und Rita Leibl. Auch war die Schule schon Gastgeber für Schülergruppen aus La Réunion. „Sie bieten damit ihren Schülern hochinteressante Erfahrungen mit kreolisch kulturellen und ethnischen Mischgesellschaften“, lobte die Ministerin.
Ebenfalls zu den interessanten Projekten gehören die Europalexika. Die sechsten Klassen haben diese im Erdkundeunterricht erstellt und dann den Zehntklässlern präsentiert. „Dass Schüler andere, und dazu noch ältere Schüler unterrichten, das scheint mir ein viel versprechender Ansatz zu sein, die Jugendlichen zur intensiven Auseinandersetzung mit der Materie anzuregen“, sagte Müller. Sie wies noch auf den bilingualen Unterricht hin (das Fach Geschichte wird auf Englisch unterrichtet) und auf die regelmäßigen Besuche bei der Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber. „Die Ehrung gebührt der gesamten Schulfamilie“ sagte Emilia Müller, als sie die Urkunde an Rektor Harald Pitter übergab.
„Es ist wieder ein Tag, um sehr stolz zu sein, ein Tag, den wir genießen, denn die Arbeit ist gelungen, was jetzt mit der Ehrung bestätigt wird“, so der Rektor zu Emilia Müller. Als Gastgeschenk überreichte er das erste Original des Europa-Lexikons, gestaltet von den Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse. Lobend erwähnte er auch, dass 110 Schüler an der Feierstunde beteiligt gewesen sind, überwiegend aus der fünften Klasse, die ja eigentlich noch gar nicht an der Projektarbeit beteiligt sind. Pitter: „Diese haben hoffentlich gespürt, dass Europa etwas Tolles und Außergewöhnliches ist.“
Abschließend musste sich die Staatsministerin noch einem Interview von den Schülerinnen Magdalena Markert und Alicia Keller stellen. Sie prüften sie mit Fragen über Europa. Emilia Müller bestand diese kleine Prüfung hervorragend.
Durch und durch europäisch war auch das musikalische Begleitprogramm, das sich Lehrer und Schüler ausgedacht hatten. Sie sangen spanische, englische und französische Lieder. Genauso europäisch dann auch die lukullischen Spezialitäten. Abschließend ließen die Schüler dann noch Luftballons in den Europafarben in den Himmel steigen.

Mainpost, 11.11.10,   Karin Sauer